Statement der Hochwassernotgemeinschaft Rhein e. V. anlässlich der Rheinministerkonferenz am 28. Oktober 2013 in Basel

Die Hochwassernotgemeinschaft Rhein, ein Zusammenschluss der Kommunen und Bürgerinitiativen am Mittel- und Niederrhein, wird auch in Zukunft wie bisher die Arbeit der IKSR insbesondere hinsichtlich der Hochwasservorsorgemaßnahmen intensiv und aktiv unterstützen. Dies bedingt aber auch eine kritische Begleitung der Maßnahmenvorschläge für das Risikomanagement insbesondere der deutschen Bundesländer.
 

Zum Beispiel sind in den Jahren 1995 bis 2010 nur etwa 70 Mio. m³ Retentionsvolumen geschaffen worden. Interessanterweise sind für die Zeit nach 2020 etwa 180 Mio. m³, also deutlich mehr als das Doppelte an Retentionsvolumen, geplant. Bei Beibehaltung des heutigen Tempos der Umsetzung von Rückhaltemaßnahmen würden damit diese Maßnahmen erst weit nach 2050 fertig gestellt werden.

Diese Verschiebung der Maßnahmendurchführung in die weite Zukunft darf nicht hingenommen werden, sondern es muss auf eine deutliche Beschleunigung der Maßnahmenumsetzung gedrängt werden. Alle Bundesländer sind hier angesprochen, ähnlich wie in den letzten Jahren Rheinland Pfalz verstärkt Rückhalteräume zu verwirklichen. Dass sich Länder wie Hessen aus der Solidargemeinschaft verabschieden, indem sie riesige, mögliche Rückhaltemaßnahmen am Rhein nicht einmal in Erwägung ziehen, kann die Hochwassernotgemeinschaft Rhein und sollte die IKSR nicht akzeptieren.

Auch in der Festsetzung und Umsetzung neuer Räume für den Fluss muss die Solidargemeinschaft am Rhein gelebt werden, damit die gemeinsamen Ziele der IKSR hinsichtlich Wasserstandabsenkung überhaupt erreicht werden können. Hierbei muss aber klar sein, dass klimaänderungsbedingte zusätzliche Abflussmengen bei Hochwasser diese möglichen Wasserstandreduzierungen wieder zunichtemachen und trotz aller Maßnahmen wir mit mehr und höheren Hochwasser rechnen müssen. 

Umso wichtiger ist und wird insbesondere eine gemeinsame Risikokommunikation. Wir alle sind aufgefordert, viel mehr als bisher eine intensive Risikokommunikation, insbesondere für die Gefährdung durch das Extremhochwasser, zu führen.
Zielführende, nachhaltige Initiativen zur Verbesserung der Gefährdungsabschätzung und Hochwasservorsorge von Bürgern und Kommunen müssen unterstützt und aktiv und finanziell gefördert werden.

Beispiele sind hier konkret der Hochwasserpass für Grundstücke und das Hochwasser-Infomobil für Bürger, sowie das Hochwasseraudit für Kommunen. Die Ausweitung und Stärkung  der Beratungs- und Weiterbildungsinstitutionen sowie die Bildung von Hochwasserpartnerschaften u. ä. muss gefördert werden.

Wie die letzten Hochwasser an Elbe und Donau gezeigt haben, bedarf es insbesondere einer intensiven Aufklärung der Bevölkerung  über die bestehenden Risiken bei Extremhochwasser in den vermeintlich geschützten Bereichen hinter den Hochwasserschutzanlagen.

Ein gutes Risikomanagement mit einer optimalen Risikokommunikation kann effizient große Schäden verhindern. Dies sollte finanziell gefördert werden, da die Investitionen in eine optimale Risikokommunikation sich bei der Verringerung der Schäden mehrfach auszahlen. 1 Euro für optimale Risikokommunikation spart viele Euro Entschädigung bei Hochwasser!

(Bei der Veranstaltung vorgetragen vom Vorstandsmitglied der HWNG Rhein, Reinhard Vogt, Leiter der Hochwasserschutzzentrale Köln und Geschäftsführer des HochwasserKompetenzCentrum (HKC) e. V.)

Kontakt

Deutschhausplatz 1
55116 Mainz

Tel: (06131) 2398-186
E-Mail: hwngr@gstbrp.de

Aktuelle Wasserstände

Das Hochwassermeldezentrum Rhein informiert bei Hochwasser laufend über die aktuellen Pegelstände am Rhein und seinen Nebenflüssen:

www.hochwasser-rlp.de

Neue Broschüre der HWNG

Die Hochwassernotgemeinschaft Rhein hat eine neue Selbstdarstellungsbroschüre veröffentlicht.

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