„Ein Extremhochwasser am ganzen Rhein hätte unvorstellbare Ausmaße“

Die neuen (alten) Herausforderungen durch Hochwasser waren das Leitthema der diesjährigen Mitgliederversammlung, zu der die Hochwassernotgemeinschaft Rhein für den 12. November 2014 nach Krefeld eingeladen hatte. Ein Extremhochwasser am Rhein hätte unvorstellbare Ausmaße und Schäden. Daher sei der auf der Umweltminister-Sonderkonferenz beschlossene Hochwasserschutzplan und die grundsätzliche Bereitschaft des Bundes an der Kostenbeteiligung schon als Fortschritt zu betrachten, so Peter Knitsch, Staatssekretär im Umweltministerium Nordrhein-Westfalen, in seinem Grußwort. Bei einem Bedarf von 5,4 Mrd. Euro seien die bewilligten Gelder von 1,2 Mrd. Euro allerdings unzureichend, zumal Deichsanierungsmaßnahmen gänzlich ausgeschlossen wurden. Hier müsse nachverhandelt werden. Im vorsorgenden Hochwasserschutz sei die konstruktive Rolle der Hochwassernotgemeinschaft Rhein gewünscht; er lade daher zu einem regelmäßigen Dialog ein, um gemeinsam den Hochwasserschutz voranzubringen.
 

Grußworte Staatsekretär Peter Knitsch, Umweltministerium NRW. Quelle: Weber, Petra, Tiefbauamt Stadt KrefeldDass sich der künftige Hochwasserschutz nicht auf technische Maßnahmen beschränken kann, zeigten die Vorträge der Veranstaltung. Anhand der Schilderung des Starkregenereignisses im Sommer dieses Jahres machte Benno Fritzen von Berufsfeuerwehr der Stadt Münster auch deutlich, dass es im Katastrophenschutz Leistungsgrenzen gibt. Sein Fazit aus der Katastrophe: Ein gutes Krisenmanagement ist nur mit guter und vorausschauender Planung der Gefahrenabwehr zu erreichen.

Auditorium ( v. l. n. r.: Benno Fritzen, Berufsfeuerwehr Münster; Petra Weber, Tiefbauamt Stadt Krefeld; Staatsekretär Peter Knitsch, Umweltministerium NRW; Otto Schaaf, Vorstand Steb Köln, stellv. Vorsitzender HWNG Rhein). Quelle: IBH Rheinland-Pfalz 2014Auch Deiche bieten keine absolute Sicherheit, betonte Ralf Schernikau, Vertreter des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums. Ein Extremhochwasser hätte für die Rheinanlieger ungeahnte Folgen, warnte er. Auch weitere Retentionsräume brächten nur Wasserstandsabsenkungen im Zentimeterbereich, und Schutzanlagen könnten überflutet werden. Daher bestehe hinsichtlich der Hochwasservorsorge dringender Handlungsbedarf in Kommunen, Verbänden und bei den Betroffenen. Der örtliche Hochwasserschutz und die Eigenvorsorge müssten angesichts der Grenzen der technischen Schutzmaßnahmen stärker als bisher gefördert werden. Rheinland-Pfalz beschreite seit einigen Jahren diesen Weg erfolgreich durch die Zusammenarbeit der Kommunen in Hochwasserpartnerschaften und durch örtliche Hochwasserschutzkonzepte mit intensiver Bürgerbeteiligung, die das Land finanziell fördert. Zudem habe das Land eine Elementarschadenskampagne gestartet, um die Möglichkeiten einer Versicherung gegen Hochwasserschäden bekannter zu machen. Abschließend appellierte er an die Kommunen in der Hochwassernotgemeinschaft, selbst örtliche Hochwasserschutzkonzepte zu initiieren.

Achim Hütten, Oberbürgermeister der Stadt Andernach und Vorsitzender der HWNG hob die Vorbildfunktion der rheinland-pfälzischen Landesregierung bei der Umsetzung der Richtlinie und die gute Zusammenarbeit hervor. Trotz unterschiedlicher Vorgehensweise in den verschiedenen Bundesländern sitze man, ob Starkregenereignis oder Hochwasser, in einem Boot.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung gab die HWNG die Preisträger ihres Wettbewerbs „Mit dem Hochwasser leben! Ideenwettbewerb für eine effektive Vorsorge!“ bekannt.

Weitere Informationen unter www.hochwassernotgemeinschaft–rhein.de oder bei hwngr@gstbrp.de

(Pressemitteilung der Hochwassernotgemeinschaft Rhein vom 21.11.2014)

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