Was erwartet die Rheinanlieger bei einem Extremhochwasser? Demonstration der Gefahr durch spektakuläre Bootshebung anlässlich des 20jährigen Bestehens der Hochwassernotgemeinschaft am 23. September 2016 am Deutschen Eck in Koblenz – Parallelveranstaltungen in zahlreichenhochwasserbetroffenen Kommunen am Rhein

Die damals als extrem empfundenen Hochwasser von 1993 und 1995, die Anlass zur Gründung der HWNG Rhein 1996 gaben, liegen mehr als 20 Jahre zurück. Das spätsommerliche Wetter am 23. September machte es zudem schwer am 23.9.2016 an Hochwasser bei der Jubiläumsaktion der HWNG zu denken. Dennoch, so stellte der Vorsitzende, Achim Hütten, Oberbürgermeister von Andernach klar: “Das nächste Hochwasser kommt bestimmt!“.

 

Gruppenfoto Braubach. Foto: Dr. Ute EiflerDie Hochwasser an Elbe und Donau 2013 und die Starkregenereignisse in diesem Jahr haben gezeigt, dass auch die Rheinanlieger, selbst wenn die letzten bedrohlichen Hochwasser lange zurückliegen und inzwischen an vielen Orten technische Hochwasserschutzanlagen realisiert wurden, nicht in Sicherheit wiegen dürfen. Auch am Rhein muss man sich auf die Folgen extremerer Wetterlagen einstellen. Im Rahmen des Hochwassermanagements sind Hochwassergefahren und –risikokarten für häufige, mittlere und, um dem Rechnung zu tragen, auch für extreme Hochwasserereignisse erstellt worden. Sie bieten die Grundlage für Schutzkonzepte auf verschiedenen Ebenen. Gefordert sind Bund, Land aber besonders die Kommunen und die Betroffenen. Verantwortliche und Betroffene müssen sich der Hochwassergefahren bewusst werden und in „Friedenzeiten“ Maßnahmen ergreifen, damit beispielsweise im schlimmsten Fall, bei einem Extremhochwasser, keine Panik entsteht, weil man auch darauf eingestellt ist und weiß, wie gehandelt werden muss, bzw. man als potentiell Betroffener für einen solchen Fall eine Elementarschadensversicherung abgeschlossen hat.

Die Hochwassernotgemeinschaft hat die Veranstaltung zum 20jährigen Bestehen am 23.9.2016 in Koblenz und in vielen Mitgliedkommunen entlang des Rheins genutzt, um die Hochwassergefahren, insbesondere bei Extremhochwasser, zu demonstrieren und ins Bewusstsein zu rufen.

Gruppenfoto Deutsches Eck. Foto: Dr. Ute EiflerBegonnen hatte die zentrale Veranstaltung in Braubach mit Grußworten von Herrn Bürgermeister Müller und einem Ballonwettbewerb der Grundschule Braubach (weitere Informationen unter „Parallelveranstaltungen“).

Nach dem gelungenen Auftakt hat sich der Vorstand der HWNG mit seinen Gästen auf der MS Burgund nach Koblenz zur zentralen Veranstaltung am deutschen Eck begeben, Prof. Dr. Hoffmann-Götting. Foto: Dr. Ute Eiflerwo Oberbürgermeister Prof. Dr. Hoffmann-Göttig bereits die Gäste, u. a. Dr. Erwin Manz, der neue Leiter der Wasserwirtschaft im Umweltministerium Rheinland-Pfalz, in Vertretung von Umweltministerin Ulrike Höfken und Anne-Schulte-Wülwer-Leidig, Geschäftsführerin der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) erwartete.

Oberbürgermeister Prof. Dr. Hoffmann-Achim Hütter. Foto: Dr. Ute EiflerGöttig betonte, in seiner auf persönlichen Hochwassererfahrungen beruhenden Rede, insbesondere die dringende Notwenigkeit einer rechtzeitigen Vorsorge.

Oberbürgermeister Achim Hütten forderte „Wir müssen am Ball bleiben, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Dafür sei eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit, entsprechend dem Veranstaltungsmotto „Wir sitzen in einem Boot“, notwendig.

Herr Dr. Manz betonte, dass die künftige Hochwasservorsorge eine große Aufgabe für Dr. Manz. Foto: Dr. Ute Eifleralle Beteiligten darstelle. Eine wichtige Herausforderung sei, dass Informationen auch bei der Bevölkerung ankämen. Insbesondere seien daher bei der Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Land und Kommunen, die Kommunen gefordert.

Frau Dr.-Schulte-Wülwer-Leidig stellte fest: „Das internationale Gespräch über Hochwasserschutz und –vorsorge ist ein unerlässliches Anliegen“. In den letzten 20 Jahren sei im Hochwasserschutz viel erreicht Dr. Schulte-Wülwer-Leidig. Foto: Dr. Ute Eiflerworden, dennoch müsste, auch im Hinblick auf den Klimawandel, insbesondere an der Realisierung und der Neuausweisung weiterer Rückhalteräume gearbeitet werden.

In die Zukunft schauend stellte Riku (Reinhard) Vogt, ehemaliger Leiter der Hochwasserschutzzentrale Köln und Ehrenvorstandsmitglied der HWNG, einige der wichtigsten und ambitioniertesten Visionen der HWNG für die nächsten 20 Jahre vor, an denen sich die künftige Ziele der HWNG ausrichten werden. Hier sprach er Riku Vogt. Foto: Dr. Ute Eiflerinsbesondere Klimaanpassungsmaßnahmen hinsichtlich der Ausweisung von Retentionsräumen, aber auch weitgehende Maßnahmen hinsichtlich Aufklärung, Beratung und Prävention an. (>>> Zum PDF "Visionen der HWNG")

Symbolisch setzen sich die hochrangigen Vertreter des Landes und die Vertreterin der IKSR, gemeinsam dem Vorsitzenden, Oberbürgermeister Achim Hütten, anschließend unter dem „Motto „Gemeinsam in einem Boot – Wir setzen uns gemeinsam für die Belange des Hochwasserschutzes ein“ in das von der Koblenzer Feuerwehr bereitgestellte Boot, das anschließend mit Puppen auf die Höhe eines Extremhochwassers angehoben wurde.

Hiermit sollte demonstriert werden, dass Hochwasserschutz – und Vorsorge eine Dauer- und Gemeinschaftaufgabe von Bund, Land, Kommunen und betroffenen Bürgern ist, die alle Akteure künftig vor große Herausforderungen stellen wird.

Gruppenfoto im Boot. Foto: Dr. Ute Eifler
Bootshebung. Foto: Dr. Ute Eifler


Presse-Links zur Jubiläumsveranstaltung

Parallelveranstaltungen in Mitgliedskommunen der HWNG

Neben der Hauptveranstaltung haben in zahlreichen Mitgliedkommunen, von Mainz bis Rees, Parallelveranstaltungen stattgefunden. Damit sollt bei den Flussanliegern und den Politikern für ein nachhaltiges Gefahren- und Katastrophenbewusstsein, auch hinter Hochwasserschutzanlagen, geworben werden. Hochwasser und Starkregenereignisse sind nicht zu verhindern. Kommunen, Bürgerinnen und Bürger haben jedoch die Möglichkeit sich darauf einstellen und rechtzeitig Vorsorge zu treffen, um die Schäden möglichst klein zu halten. Dazu müssen sich Betroffene und Verantwortliche jedoch aller Gefahren, die bei Hochwasser und Starkregen drohen, bewusst sein.

Braubach

Veranstalter: HWNG Braubach

Köln-Porz-Langel

Veranstalter: IG Wasser Köln-Porz-Langel

Die Aktion erfolgte mit ca. 20 Kindern, Müttern und Betreuerinnen der Kinder Clemenskids der Fröbel-Gruppe Langel. Den Kindern wurde die Bedeutung des Wassers „kindgerecht“ näher gebracht. Wie wichtig Präventionsmaßnahmen sind, wurde den Kindern auch mit Hochwasserfotos und anderen Unterlagen vor Augen geführt. Für die IG war es wichtig, auch die Jugend mit dem Thema Hochwasser vertraut zu machen!

Leverkusen

Veranstalter: Technische Betriebe Leverkusen

Krefeld

Veranstalter: Tiefbauamt der Stadt Krefeld

Voerde

Veranstalter: Hochwasserschutzverband Niederrhein e.V.

Rees

Kontakt

Deutschhausplatz 1
55116 Mainz

Tel: (06131) 2398-186
E-Mail: hwngr@gstbrp.de

Aktuelle Wasserstände

Das Hochwassermeldezentrum Rhein informiert bei Hochwasser laufend über die aktuellen Pegelstände am Rhein und seinen Nebenflüssen:

www.hochwasser-rlp.de

Neue Broschüre der HWNG

Die Hochwassernotgemeinschaft Rhein hat eine neue Selbstdarstellungsbroschüre veröffentlicht.

>>> mehr

Symboldbild Hochwasser

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