Appell des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung für mehr Hochwasserprävention – Ohne Anpassungsmaßnahmen steigt die Zahl der Hochwasserbetroffenen

Da sind die hochwassergeplagten Anlieger an Rhein und Mosel gerade mal wieder mit einem blauen Auge davongekommen, schon schreckt die aktuellste Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Betroffene und Verantwortliche gleichermaßen auf.

 

Laut Studie wird sich infolge der globalen Erwärmung das Risiko von Überschwemmungen an Flüssen weltweit, aber auch in Deutschland, vielerorts stark erhöhen. Berechnet wurde auf dieser Grundlage die nötige Erhöhung des Hochwasserschutzes bis in 2040er Jahre und festgestellt, dass der Anpassungsbedarf in vielen Teilen der Welt einschließlich Mitteleuropa und auch in Deutschland am größten ist. Ohne Gegenmaßnahmen wären viele Millionen Menschen von schweren Überschwemmungen bedroht.

„Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen – wie Deichausbau, verbessertes Flussmanagement, Veränderung von Baustandards oder Verlagerung von Siedlungen – prognostiziert die Studie, würde sich die Zahl der Menschen, die von den stärksten 10 Prozent der Hochwasserereignisse betroffen sind, vielerorts erhöhen. In Deutschland könnte die Zahl von 0,1 auf 0,7 Millionen steigen, also um das Siebenfache“, so die Wissenschaftler.
Hochwasser St. Goar 2018. Foto: HWNG Rhein
Selbst in hoch entwickelten Ländern mit guter Infrastruktur sei der Anpassungsbedarf groß, wenn das bisherige Schutzniveau beibehalten werden soll und die Menschen aufgrund von Überschwemmungen nicht ihre Häuser verlassen müssen.

Die Untersuchung unterstreicht die von der Hochwassernotgemeinschaft seit langem Hochwasser Lahnstein 2018. Foto: HWNG Rheingeforderte forcierte Umsetzung von im Bau befindlichen bzw. geplanten Retentionsmaßnahmen, vor allem aber auch die Ausweisung neuer Retentionsräume und die Stärkung der kommunalen privaten Vorsorge als Anpassung an den sich immer stärker bemerkbarmachenden Klimawandel. Vor diesem Hintergrund kritisiert die HWNG die Abkehr von den deutschen Klimazielen im Rahmen der Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Regierung. Die wissenschaftlich belegte Entwicklung zeigt, dass wir uns keinen derartigen Rückschritt leisten können, der weiter auf fossile Brennstoffe setzt. Die jetzt schon in der Atmosphäre vorhandenen Treibhausgase bestimmen die Zunahme der Hochwasserrisiken in den nächsten 20 bis 30 Jahren. Werden weiterhin schädliche Treibhausgase produziert und nimmt die globale Erwärmung über die 2-Grad-Grenze zu, wird laut Experten die Anpassung schwierig.

Um die Gefahr zu bannen, ist jetzt Handeln angesagt, und zwar im Klimaschutz und bei der Anpassung, beispielsweise der Hochwasserrisikovorsorge. Beide Bereiche müssen ernst genommen werden und es muss jetzt dort massiv in die Zukunft investiert werden, um Schäden möglichst gering zu halten.

Quelle: Pressemitteilung 11.01.2018, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

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