Klimawandel und Hochwassergefahr

Der Klimawandel wird vor Deutschland nicht halt machen, die Hochwassergefahr wird steigen. Das zeigen aktuelle Modellrechnungen des Max-Planck-Instituts für Meteorologie für das Umweltbundesamt, die erstmals regionale Auswirkungen zeigen. Bis zum Jahr 2100 erwarten die Forscher einen Anstieg der durchschnittlichen Jahrestemperatur in einigen Regionen Deutschland um bis zu 4° C (Süd- und Südostdeutschland). Die Folgen wären regional und jahreszeitlich unterschiedlich. So rechnen die Meteorologen in den süddeutschen Mittelgebirgen mit bis zu einem Drittel mehr Niederschlag, der im Winter vermehrt als Regen niedergehen wird und damit für die Hochwassergefahr am Rhein relevant sein wird. Zudem wird es besonders in den Alpen wird es weniger schneien.

Die aus den Treibhausgasemissionen resultierende Temperaturerhöhung führt dazu, dass sich der Wasserkreislauf intensiviert und beschleunigt. Während die Niederschläge im Sommer leicht zurückgehen, nehmen die Niederschläge schon jetzt besonders im Winter zu und erhöhen die Hochwassergefahr (Anstieg der mittleren Niederschläge im Zeitraum 1966-1995 um 10 – 50 % der langjährigen Mittelwerte). Extreme Regenereignisse (Starkniederschläge) zeigen im Winter besonders im Westen Deutschlands, d. h. im Rheineinzugsgebiet, eine zunehmende Tendenz. Die Hochwassergefahr im Winter und Frühjahr steigt.

Um die Folgen zu begrenzen, muss dem nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandel durch Anpassung – auch des Hochwasserschutzes - Rechnung getragen und gleichzeitig versucht werden, den Temperaturanstieg bis 2050 auf 2° C durch drastische Minderung der Treibhausgasemissionen in Deutschland zu begrenzen, so der UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge. In den vergangenen 10 Jahren sind in Deutschland durch extreme Wetterereignisse Schäden von etwa 16,5 Mio. Euro entstanden. Durch die Klimaänderungen könnten die diese bis 2050 auf jährlich 27 Mrd. Euro steigen.

Mit den neuen Modellrechnungen konnte das UBA erstmals flächendeckend für Deutschland hoch aufgelöste Daten zu künftigen Klimaentwicklungen vorlegen, die es Verwaltungen und Unternehmen ermöglichen, detaillierte Analysen regionaler Klimafolgen vorzunehmen und deren Kosten abzuschätzen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, sich dem Klimawandel anzupassen und die Klimarisiken zu vermindern.

Das UBA wird alle Daten der Klimaszenarien kostenfrei für Wissenschaft, Verwaltung und Unternehmen bereitstellen, um mit flächendeckenden Daten die Klimaforschung zu intensivieren. Damit soll u. a. die notwendige Anpassung im Hochwasserschutz beschleunigt werden.

Die Klimaszenariendaten werden ab Mitte Mai 2006 im Max-Planck-Institut für Meteorologie bei der Gruppe „Modelle und Daten“ – einer nationalen Serviceeinrichtung – verfügbar sein, die unter anderem das Weltdatenarchiv für die Klimaforschung verwaltet. Nutzerregistrierung unter data@dkrz.de, danach Zugang über http://cera-www.dkrz.de/CERA/index.html. Weiterführende Informationen des Umweltbundesamts enthält das Hintergrundpapier „Künftige Klimaänderungen in Deutschland – Regionale Projektionen für das 21. Jahrhundert“ unter www.umweltbundesamt.de/klimaschutz.

Quelle: UBA Presse-Inforamtion 026/2006

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