Vorstand der Hochwassernotgemeinschaft Rhein besichtigt das neue Hochwasser-schutzsystem von Andernach – Verschärfung der Hochwassergefahr am Niederrhein Schwerpunkt der Sitzung

Anlässlich seiner ersten diesjährigen Sitzung besichtigte der Vorstand der Hochwassernotgemeinschaft Rhein das neue Hochwasserschutzsystem in Andernach, das beim kürzlichen „kleinen Hochwasser“ kurz vor seiner Bewährungsprobe stand (Foto). Es gewährt den Bürgern von Andernach eine Sicherheit gegen 10-jähriges Hochwasser. Eine vollständige Sicherheit gegen Hochwasser ist damit jedoch nicht gewährt, so der Vorsitzende und Oberbürgermeister der Stadt Andernach, Achim Hütten. Die Bürger müssten weiterhin mit der Gefahr von Überschwemmungen leben, die Häufigkeit der Überflutungen wird jedoch für die Andernacher abnehmen, so Hütten. Der Klimawandel könne allerdings dazu beitragen, dass in Zukunft Bemessungshochwasser häufiger überschritten würden.

Die Hochwassergefahren am Niederrhein bildeten den thematischen Schwerpunkt der anschließenden Vorstandssitzung. Wie die Simulation eines Extremhochwassers unterhalb von Andernach, die anlässlich der 4. Hochwasserkonferenz 2004 in Rees vorgestellt wurde, zeige, so Hans-Peter Feldmann vom Hochwasserschutzverband Niederrhein, sei eine Überschwemmungsgefahr durch Hinterströmung der Deiche zu befürchten. Konzepte der Landesregierung Nordrhein-Westfalens, wie dieser Gefahr zu begegnen sei, lägen jedoch nicht vor.

Die Verschärfung der Hochwassergefahren am Niederrhein durch Bergsenkungen infolge des Kohlebergbaus unter dem Rhein, der bis 2019 eingestellt werden soll, war ebenfalls ein Thema. Hier sei die Frage nach wie vor offen, wer danach für die Folgekosten, u .a. für die Ertüchtigung und Erhöhung der Deiche aufkommen werde, so der Vorsitzende der Bürgerinitiative Bergbaubetroffener am Niederrhein, Klaus Friedrichs. Darüber werde noch in dieser Woche im Landtag von Nordrhein-Westfalen diskutiert.

Das Bewusstsein um die latente Hochwassergefahr – insbesondere nach Jahren mit wenigen Hochwassern bzw. häufigen Niedrigwasserständen - müsse erhalten werden, so der Vorsitzende. Die Bevölkerung auch für die Gefahren auch hinter Schutzbauwerken zu sensibilisieren, sei eine wichtige Aufgabe der HWNG. Daher habe der Vorstand der HWNG beschlossen, so Hütten, unter dem Motto „Hochwasser setzt Marken“ noch im März 2007 einen Fotowettbewerb ausschreiben. Hochwassermarken erinnern daran, dass Flussanlieger mit der Hochwassergefahr leben müssen und sind neben Fotos und Videos eine wichtige Orientierung für die private Hochwasservorsorge.

Andernach/Mainz, den 08. März 2007

Kontakt

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Aktuelle Wasserstände

Das Hochwassermeldezentrum Rhein informiert bei Hochwasser laufend über die aktuellen Pegelstände am Rhein und seinen Nebenflüssen:

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Neue Broschüre der HWNG

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