Erster Spatenstich zur Deichsanierung zwischen Lingenfeld und Mechtersheim

Die Sanierung und Erhöhung des Rheinhauptdeiches zwischen Lingenfeld und Mechtersheim hat begonnen. Die Bauarbeiten werden rund 15 Monate dauern und sind ein Baustein im Hochwasserschutzkonzept des Landes. Ziel ist dabei auch die Herstellung einer länderübergreifend einheitlichen Deichhöhe. Umweltministerin Margit Conrad war am 18.11.2008 dabei, als der offizielle erste Spatenstich vorgenommen wurde. „Die Deichertüchtigung am Oberrhein erhöht die Sicherheit für die Anlieger. Die Landesregierung verfolgt mit hoher Priorität das Ziel, wieder ein hohes Schutzniveau am Rhein zu erreichen“, sagte sie. Nach Fertigstellung aller Hochwasserrückhaltemaßnahmen werde am Oberrhein wieder der Schutz vor Hochwasser wie es alle 200 Jahre vorkommt, sicher gestellt.

Die Gesamtkosten des jetzt begonnenen Deichprojektes belaufen sich auf etwa 2,5 Millionen Euro. Die reinen Baukosten betragen ca. 2 Millionen Euro. Das Land trägt 90 Prozent der anfallenden Kosten. Eine Kofinanzierung erfolgt über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes.

Die Bauarbeiten finden in zwei Abschnitten zwischen dem Hochufer in Lingenfeld und dem Schöpfwerk Mechtersheim auf einer 3,3 Kilometer langen Strecke statt. Im Mittel wird der Deich um 60 cm erhöht. Auf der ersten, rund 1,8 Kilometer langen Ausbaustrecke bleibt die 5,5 Meter breite Straße auf der Deichkrone bestehen. Im zweiten Abschnitt erfolgt der Deichausbau auf Land- und Wasserseite. Das Schöpfwerk des „Wasserverbandes Mechtersheim Lingenfeld“ erhält eine zusätzliche Untergrundabdichtung gegen Unter- und Umströmung. Arbeiten im „Schwarzwald“, durch den der Deich führt, beginnen noch im Herbst. Besondere Aufmerksamkeit wird der Verlegung eines Teiches bei Deichkilometer 2,6 gewidmet.

Das Naherholungsgebiet und die dortige Gastwirtschaft bleibt erreichbar. Einschränkungen sollen weitgehend vermieden werden. Eine Umleitung für den Radverkehr wurde eingerichtet. Die Arbeiten haben im Oktober begonnen.

Gemeinsam mit Frankreich, dem Bund, Hessen und Baden-Württemberg setzt Rheinland-Pfalz seit mehr als zwei Jahrzehnten ein vertraglich vereinbartes Konzept zum Bau der Hochwasserrückhaltungen um und seit 1998 den internationalen Aktionsplan für den Rhein. Dieser sieht vor, gemeinsam 288 Millionen Kubikmeter maximal nutzbaren Rückhalteraum für Hochwasser zu schaffen. 62 Millionen Kubikmeter wird Rheinland-Pfalz zur Verfügung stellen. Dies ist mehr als ursprünglich vereinbart und notwendig, um die Wirkung der vereinbarten 44 Millionen Kubikmeter zu erreichen. Auch alle Deiche werden ertüchtigt. 110 Kilometer von insgesamt rund 160 Kilometern Deiche in Rheinland-Pfalz wurden schon erneuert. Bisher hat das Land Rheinland-Pfalz für Deiche, Schöpfwerke und den örtlichen Hochwasserschutz in kommunaler Abwicklung am Oberrhein rund 118 Millionen Euro investiert. Dazu kommen noch die Kosten in Höhe von rund 97 Millionen Euro für die bisher durchgeführten Hochwasserrückhaltemaßnahmen in Rheinland-Pfalz, die vom Bund mit 40 Prozent und von Hessen mit 20 Prozent kofinanziert werden. Die Summe also von über 215 Millionen Euro wurde bisher umgesetzt.

In Rheinland-Pfalz bereits fertig gestellt sind die Hochwasserrückhaltungen Daxlanderau, Flotzgrün, Kollerinsel, Ingelheim und Worms-Mittlerer Busch. Im Bau befinden sich die Polder Bodenheim/Laubenheim und Wörth/Jockgrim. Insgesamt wird damit ein Rückhaltevolumen von rund 48 Millionen Kubikmetern erreicht. Zusammen mit den Hochwasserretentionsräumen in Frankreich, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist schon jetzt eine über 100-jährliche Hochwassersicherheit am Oberrhein wiederhergestellt. Ziel ist ein Schutz vor Hochwasser, wie es alle 200 Jahre vorkommt.

Das Land, so Conrad, beabsichtige darüber hinaus und nicht zuletzt als Antwort auf den Klimawandel die Ausweisung von zusätzlichen, durch eine zweite Deichlinie begrenzten Reserveräumen für Extremhochwasser und weitere Deichrückverlegungen in der Rheinniederung zwischen der französischen Grenze und Bingen. Diese Reserveräume sollen genutzt werden, wenn das Bemessungshochwasser für die Deiche überschritten wird. Nicht nur bei Hördt sondern auch im Raum Worms-Oppenheim ist zur deutlichen Verbesserung der Hochwassersicherheit ein zusätzlicher Reserveraum für Extremhochwasser geplant.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz vom 18.11.2008 
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