TIMIS flood-Projekt erzielt Fortschritte

„Mit Hochwasser muss gerechnet werden. Aber die Folgen sind beeinflussbar!“ Mit dieser Intention werden im Rahmen des TIMIS-Projekts (Transnational Internet Map Information System on Flooding) die transnationale Zusammenarbeit ausgebaut und verbessert, Software-Systeme erweitert und zusätzliche Datengrundlagen erarbeitet. Einerseits sollen auf dieser Basis langfristige Planungsgrundlagen (z. B. Überschwemmungsgebiete für verschiedene Ereignisse, Gefahrenkarten) geschaffen werden, andererseits Echtzeitinformationen für die kurzfristige Alarmierung und Einsatzplanung (z. B. Vorhersage für kleine Einzugsgebiete) geliefert werden können.

So werden Gefahrenkarten für 3000 km Gewässer erstellt, Hochwasservorhersagen verbessert, für kleine Flusseinzugsgebiete Hochwasserfrühwarnsysteme entwickelt und ein geografisches Informationssystem für Hochwasser (Hochwasser-GIS) aufgebaut sowie die Hochwasserinformationen im Internet bereitgestellt.

Angesprochen werden damit verschiedene Nutzer (Bürger, Gemeinden, Zivilschutz und Katastropheneinsatzdienste). Die Informationen sollen über das Internet zur Verfügung gestellt werden und beispielsweise auf das Mobiltelefon herunterladbar sein.

Seit Juli 2007 ist bereits in Baden-Württemberg das im Rahmen des TIMIS-Projekts entwickelte Hochwasserfrühwarnsystem für kleine Einzugsgebiete in Betrieb. Erstmals können sich dort Bürger und die örtlichen Behörden über regional auftretende und lokal begrenzte Hochwassergefahren informieren. Damit ist ein großer Schritt in Richtung einer Verbesserung der Hochwasservorsorge erreicht, da Hochwasserereignisse in kleinen Einzugsgebieten häufiger auftreten als überregionale Ereignisse. Die frühzeitigen Informationen ermöglichen eine gezielte Gefahrenabwehr und eine Minimierung der Schäden.

Ab Mitte 2008 wird dieses Hochwasserfrühwarnsystem, das für die Abschätzung der regionalen Gefahr meteorologische Daten und Vorhersagen mit hydrologischen Modellen verknüpft, auch in Rheinland-Pfalz und Luxemburg zur Verfügung stehen. Die regionalen Hochwasserprognosen umfassen vier verschiedene Warnstufen (keine Gefährdung bis hohe Gefährdung) und werden alle drei Stunden aktualisiert.

Grundlage der Prognosen ist das Vorhersagemodell LARSIM (Echtzeitvorhersagen), das im Rahmen einer internationalen Einsatzübung im Mai 2007 an Mosel und Saar erfolgreich getestet wurde. Realitätsnah wurden dabei Abläufe (Informationsaustausch, Analyse der Hochwasserlage, Berechnung von Vorhersagen und deren Austausch zwischen den Hochwassermeldezentren) während eines Extremhochwassers geübt. Ziel ist eine einheitliche Vorhersage mit einer Verständigung über Sprachenbarrieren hinweg.

Bis Ende April 2008 sollen die Hochwassergefahrenkarten entsprechend den Anforderungen der kürzlich verabschiedeten EU - Hochwasserrichtlinie für den Projektbereich und bis Ende November 2008 für gesamt Rheinland-Pfalz fertig gestellt werden.

Bezüglich der Erstellung von Hochwasserrisikokarten orientiert sich TIMIS-flood ebenfalls an der neuen EU-Hochwasserrichtlinie. In diesen Karten müssen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer (Wasserwirtschaft, Raumplanung, Bevölkerung etc.) berücksichtigt werden und auch das Thema Hochwasserrisikomanagement beinhalten. Durch die Ermittlung von Schadenspotentialen und zu erwartenden Schäden kann beispielsweise die Kosteneffizienz von Maßnahmen beurteilt werden. Hochwasserrisikokarten liegen derzeit für Pilotgebiete vor.

Weitere Informationen zu TIMIS-flood unter www.timisflood.net

Quelle: TIMIS-flood Newsletter 04, November 2007

Kontakt

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Tel: (06131) 2398-186
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Das Hochwassermeldezentrum Rhein informiert bei Hochwasser laufend über die aktuellen Pegelstände am Rhein und seinen Nebenflüssen:

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Neue Broschüre der HWNG

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