200-jährlicher Hochwasserschutz für Nackenheim (28.8.2009)

"Der Ausbau und die Sanierung des Hochwasserschutzsystems in Nackenheim werden die Ortslage gegen ein 200-jährliches Hochwasserereignis schützen", betonte Umweltministerin Margit Conrad beim ersten Spatenstich für die Hochwasserschutzmaßnahme in Nackenheim.

 

Der auf zwei Jahre angelegte Ausbau und die Sanierung des Deiches und der Hochwasserschutzmauer in der Gemeinde Nackenheim erstrecken sich auf einer Länge von rund 2,7 Kilometern im Bereich der Ortsgemeinde Nackenheim bis nördlich der Anschlussstelle Nackenheim/Bodenheim an die B9. Er umfasst im Wesentlichen die Abdichtung des Deichuntergrundes mit Stahlspundwänden, die Sanierung und Erhöhung des Deiches und der vorhandenen Hochwasserschutzmauer.

 

Nach der Sanierung der Hochwasserschutzeinrichtungen wird die Rheinstraße im innerörtlichen Bereich von Nackenheim auf einer Länge von etwa einem Kilometer ausgebaut. Außerdem wird im Bereich des Deiches ein durchgehender Deichverteidigungsweg hergestellt, der auch als Radweg genutzt werden kann.

Die Hochwasserschutzmaßnahme Ortslage Nackenheim wird durch den Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit bis zu 50 Prozent gefördert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf voraussichtlich circa 6,3 Millionen Euro.

Hochwasserschutz am Oberrhein ist Programm

Das rheinland-pfälzische Hochwasserschutzkonzept wird von drei Säulen getragen: Förderung des natürlichen Wasserrückhalts in der Fläche, technischer Hochwasserschutz durch Deiche, Rückhalteräume und örtliche Hochwasserschutzanlagen sowie konsequente Hochwasservorsorge, vor allem Stärkung der Eigenvorsorge.

 

Am Oberrhein sind in Rheinland-Pfalz insgesamt 10 Rückhaltungen mit rund 62 Millionen Kubikmeter Retentionsraum geplant. Fertig gestellt wurden bereits fünf Polder mit einem Volumen von insgesamt rund 23 Millionen Kubikmeter: Daxlander Au, Flotzgrün, Kollerinsel, Worms Mittlerer-Busch und Ingelheim. Darüber hinaus werden die Rückhaltungen Wörth/Jockgrim und Bodenheim/Laubenheim mit zusammen 24,7 Millionen Kubikmeter derzeit ausgeführt, wobei die Restarbeiten am Polder Bodenheim/Laubenheim bis Ende 2009 fertig gestellt sein werden. Im Jahr 2012 sollen nach derzeitigem Plan alle Rückhaltungen einsatzbereit sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 234 Millionen Euro. Bis Ende 2009 wurden rund 115 Millionen Euro investiert. Heute ist am Oberrhein zusammen mit den Rückhaltemaßnahmen in Frankreich und Baden-Württemberg wieder eine über 100-jährliche Hochwassersicherheit erlangt.

 

Gleichzeitig werden die Schöpfwerke und auf einer Länge von 160 Kilometern die Deiche ertüchtigt. Von den Deichen sind bereits 119 Kilometer fertig gestellt. Die Gesamtkosten betragen rund 220 Millionen Euro. Davon wurden 129 Millionen Euro bereits investiert.

Darüber hinaus sind zwei Reserveräume für Extremhochwasser (bis zu 64 Millionen Kubikmeter) bei "Hördt" und "Eich" vorgesehen. Die geschätzten Kosten liegen bei circa 74 Millionen Euro.

Örtlicher Hochwasserschutz

An den Gewässern I. Ordnung im Land, an denen aufgrund der Topographie kein Schutz durch Deiche und Polder möglich ist, werden soweit wirtschaftlich vertretbar und technisch machbar örtliche Hochwasserschutzmaßnahmen errichtet. Bis 2008 waren 33 Projekte mit Gesamtkosten von rund 130 Millionen Euro fertig gestellt.

Natürlicher Wasserrückhalt

Ein weiterer Baustein ist die Förderung des natürlichen Wasserrückhalts in der Fläche. Hervorzuheben ist hier besonders die "Aktion Blau", die die Renaturierung von Gewässern und Auen zum Ziel hat. Die "Aktion Blau" erfasst derzeit rund 1000 Gewässer mit über 260 Gewässerpflegeplänen mit rund 3.800 Kilometer Länge und 680 Gewässerrückbauprojekten mit rund 470 Kilometer Länge. An Investitionen wurden seit 1994 rund 120 Millionen Euro getätigt.

Hochwasservorsorge und Eigenvorsorge

Die Stärkung der Hochwasservorsorge und Eigenvorsorge erfolgt durch die Erstellung von Hochwassergefahrenkarten für größere Flüsse und Bäche, die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten (insgesamt 3.600 km) sowie den Ausbau des Hochwassermeldedienstes und die Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen für ganz Rheinland-Pfalz.

Rheinland-Pfalz hat seit 1991 über 576 Millionen Euro für den Hochwasserschutz ausgegeben. Für die Zukunft sind weitere Investitionen von circa 553 Millionen Euro geplant.

 

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