Vier Länder starten EU-Projekt zur Hochwasservorsorge an Mosel und Saar (27.4.2009)

Die weitere Verbesserung der Hochwasservorsorge im Gebiet von Mosel und Saar ist Ziel des am 27.04.2009 gestarteten internationalen Projektes FLOW MS: Kommunen, die am selben Fluss liegen, gründen Hochwasserpartnerschaften und arbeiten beim Hochwasserschutz eng zusammen.
 

Zur Unterstützung wird ein internationales Kompetenzzentrum an der Universität Kaiserslautern zur Vermeidung von Hochwasserschäden eingerichtet. FLOW MS (”Hoch- und Niedrigwassermanagement im Mosel- und Saareinzugsbiet) läuft unter Federführung der Internationalen Kommissionen zum Schutz der Mosel und der Saar (IKSMS) im Rahmen des Interreg IV-A-Programms der EU über 5 Jahre bis zum 31. Dezember 2013. Partner sind das Umweltministerium Rheinland-Pfalz, das Umweltministerium des Saarlandes, DIREN Lorraine (Umweltverwaltung Lothringen/Frankreich) und die Administration de la Gestion d’Eau Luxembourg. FLOW MS baut auf dem Projekt TIMIS auf, das im Herbst 2008 Hochwasserwarnungen auch für kleinere Gewässer und damit in ganz Rheinland-Pfalz ermöglicht hat.Die Inhalte von FLOW MS:


1. Einrichtung von Hochwasserpartnerschaften
Ab 2009 sollen grenzüberschreitend Hochwasserpartnerschaften von Kommunen in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Luxemburg gegründet werden. In den Partnerschaften geht es um die Weiterentwicklung der Alarm- und Einsatzpläne zur Hochwasserabwehr auf der Grundlage der neuen Hochwassergefahrenkarten. Eine weitere Aufgabe ist die Einbeziehung der verbesserten Hochwasservorhersagen und der Hochwasserfrühwarnung in die örtliche und überörtliche Gefahrenabwehr. Um die Hochwasservorsorge aktuell zu halten, sollen regelmäßige Hochwasserübungen durchgeführt werden. Um die Eigenvorsorge ihrer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern, ist Beratung notwendig, was diese zur Hochwasservorsorge tun können und wie sie sich gegen Hochwasserschäden versichern können. Unterstützung bietet die internationale Geschäftsstelle in Trier, die ab Mai 2009 im Sekretariat der IKSMS eingerichtet wird.

2. Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Bauvorsorge
Am 1. Januar 2009 hat ein Wissenskompetenzzentrum an der Technischen Universität Kaiserslautern, Fachbereich Wasserbau und Wasserwirtschaft, seine Arbeit aufgenommen. Die größten Hochwasserschäden entstehen in der bestehenden Bebauung. Die Betroffenen müssen daher Eigenvorsorge betreiben. Hier bietet das Zentrum Beratung und Unterstützung. Es befasst sich mit allen Fachfragen zur Bauvorsorge bei Hochwassergefahren, veranlasst Untersuchungen, berät die Kommunen und Anwohner und stellt Informationen bereit. Architekten, Ingenieure und Handwerker werden fortgebildet.

3. Erweiterte Hochwasservorhersage im Moselgebiet
Im internationalen Erfahrungsaustausch sollen wissenschaftliche Vorhersagemodelle und Hoch- und Niedrigwassersimulationen weiter entwickelt werden, um so schneller aussagekräftige Informationen über drohende Hochwasser geben zu können. Frankreich plant eine Untersuchung über die Wirksamkeit seiner Überschwemmungsgebiete. Luxemburg wird ein Hochwassermeldezentrum einrichten.

4. Untersuchung zum Klimawandel im Moseleinzugsgebiet
Die Untersuchung der regionalen Auswirkungen der Klimaveränderungen auf den Wasserhaushalt im Moseleinzugsgebiet soll Erkenntnisse über zu erwartende Hochwasserereignisse und Niedrigwasserperioden bringen. Grundlage sind die Berechnungen von Klimaszenarien durch die Wetterdienste.

5. Informationen im Internet
Eine offene, web-gestützte Arbeitsplattform wird für die Zusammenarbeit der IKSMS-Mitglieder geschaffen und auch anderen Nutzer über das Internet zugänglich gemacht.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz vom 27.4.2009

Kontakt

Deutschhausplatz 1
55116 Mainz

Tel: (06131) 2398-186
E-Mail: hwngr@gstbrp.de

Aktuelle Wasserstände

Das Hochwassermeldezentrum Rhein informiert bei Hochwasser laufend über die aktuellen Pegelstände am Rhein und seinen Nebenflüssen:

www.hochwasser-rlp.de

Neue Broschüre der HWNG

Die Hochwassernotgemeinschaft Rhein hat eine neue Selbstdarstellungsbroschüre veröffentlicht.

>>> mehr

Symboldbild Hochwasser

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