60 Jahre Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) (1.7.2010)

Mehr als 250 Vertreter/innen der Wasserwirtschaft aus den IKSR-Staaten

Schweiz, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Deutschland und anderen

Staaten im Rheineinzugsgebiet feierten am Mittwoch, 30. Juni 2010, 60 Jahre

erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit für den Schutz des Rheins.

Im Festkolloquium im Mainzer Schloss wurde zurück geblickt, Bilanz über sechs

Jahrzehnte gezogen und ein Blick in die Zukunft geworfen.

 

Am Vormittag des 30. Juni 2010, zwischen 9.30 und 13.30 Uhr, fand die 60-Jahr-Feier im Großen Saal des Kurfürstlichen Schlosses statt. Festansprachen des Präsidenten der IKSR, Jacques Sicherman, des ehemaligen Präsidenten Dietrich Ruchay und persönliche Eindrücke des früheren niederländischen Delegationsleiters Lodewijk van Ulden zum Zeitpunkt des Sandoz-Unfalls boten einen Rückblick auf 60 Jahre Gewässerschutz im Rheineinzugsgebiet und einen Ausblick auf die künftigen Herausforderungen im europäischen Gewässerschutz. In Paneldiskussionen kamen aktive und ehemalige IKSR-Kollegen/innen sowie Vertreter von Schützer- und Nutzergruppen zu den Themen „Lachs 2020“, „Wie rein ist der Rhein?“ und „Hochwasser und

Klimawandel“ zu Wort.

Zum Hintergrund: Am 11. Juli 1950 fand auf Initiative der Niederlande die erste Tagung der "Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins vor Verunreinigung" in Basel statt,um das Problem der Wasserverschmutzung des Rheins erstmals grenzüberschreitend anzusprechen. Vertreter aus Frankreich, Deutschland, Luxemburg, der Schweiz und den Niederlanden arbeiten seitdem eng zusammen und haben sich den großen Herausforderungen - wie seinerzeit dem Sandoz-Unfall im November 1986 und den Jahrhunderthochwassern 1993 und 1995 - gestellt. Die Aktionsprogramme am Rhein mit deutlichen Sanierungserfolgen haben bewiesen, was gemeinsames

grenzüberschreitendes Vorgehen bewirken kann. Zurzeit läuft die Umsetzung des

Programms „Rhein 2020“ einschließlich des Aktionsplans Hochwasser, wobei die

seinerzeit formulierte Zielsetzung heute hervorragend durch das geltende EU-Recht

unterstützt wird:

 

• Für die Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit (Auf- und

Abwärtswanderung) stehen jetzt Maßnahmen an den Haringvlietschleusen und

neue Fischpässe an den Oberrheinstaustufen Straßburg und Gerstheim und vielen

weiteren Gewässern an; zudem wird das ehemals vorhandene Netz rheintypischer

Biotope (Biotopverbund) durch Reaktivierung von Überschwemmungsauen und

mehr als 30 wieder angeschlossene Altarme nach und nach verbessert;

 

• Mögliche Hochwasserschäden in der Rheinniederung und extreme

Hochwasserspitzen werden bis 2020 - z.B. durch Schaffung von Rückhalteräumen

– deutlich vermindert;

 

• Die Wasserqualität wird sich über laufende Maßnahmen noch weiter verbessern;

zurzeit geraten zudem neue Stoffe ins Blickfeld wie etwa

Körperpflegemittelrückstände, Arzneimittel und hormonell wirkende Substanzen,

für die Vermeidungsstrategien vorbereitet werden.

 

Für die Koordination im gesamten Rheineinzugsgebiet ist die Zusammenarbeit seit 2001

auf Österreich, Liechtenstein und die belgische Region Wallonien ausgedehnt worden,

insbesondere um mit allen Partnern den Bewirtschaftungsplan für das Rheineinzugsgebiet

gemäß Wasserrahmenrichtlinie auszuarbeiten.

Im Anschluss an das Festkolloquium findet die diesjährige Plenarsitzung der IKSR –

ebenfalls im Kurfürstlichen Schloss – auf Einladung Deutschlands statt.

 

Weitere Informationen

 

Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR)  
Ben van de Wetering

Tel: +49 (0)261 942525-17

Mobil: +49-170-4976861

 Anne Schulte-Wülwer-Leidig

Tel. +49-(0)261-94252-19

Mobil +49-171-322 65 82

  

Kurzbeschreibung der IKSR

In der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) arbeiten die

Rheinanliegerstaaten Schweiz, Frankreich, Deutschland und Niederlande sowie

Luxemburg und die Europäische Gemeinschaft auf der Basis eines völkerrechtlichen

Übereinkommens zum Schutz des Rheins zusammen. Dem Präsidenten und den Gremien

der IKSR steht ein international besetztes Sekretariat mit Sitz in Koblenz (Deutschland)

zur Seite. Darüber hinaus unterstützt das Sekretariat die Umsetzung der europäischen

Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) und der europäischen

Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (Richtlinie 2007/60/EG). Die

grenzüberschreitende Kooperation wurde zu diesem Zweck auf die Staaten Österreich,

Liechtenstein und die belgische Region Wallonien ausgeweitet. Die Arbeitssprachen der

IKSR sind Deutsch, Französisch und Niederländisch. Detaillierte Informationen zur IKSR

finden Sie auf der IKSR-Website www.iksr.org.

Kontakt

Deutschhausplatz 1
55116 Mainz

Tel: (06131) 2398-186
E-Mail: hwngr@gstbrp.de

Aktuelle Wasserstände

Das Hochwassermeldezentrum Rhein informiert bei Hochwasser laufend über die aktuellen Pegelstände am Rhein und seinen Nebenflüssen:

www.hochwasser-rlp.de

Neue Broschüre der HWNG

Die Hochwassernotgemeinschaft Rhein hat eine neue Selbstdarstellungsbroschüre veröffentlicht.

>>> mehr

Symboldbild Hochwasser

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