| Entstehung von HochwasserHochwasser am Rhein gab es schon immer, denn mit der Stärke von
Niederschlägen und der Schneeschmelze schwankt die Wasserführung
eines Flusses so stark, dass er natürlicherweise mehr oder weniger
regelmäßig über die Ufer tritt. Der dabei maximal überflutete Bereich wird als Aue bezeichnet.
  Jedoch - Häufigkeit und Höhe der Hochwasser haben in den letzten
Jahrzehnten ständig zugenommen: 
Die Ursachen dafür liegen zum Teil in Veränderungen der Landschaft
am Rhein und seinen Nebenflüssen durch den Menschen:
- Ausbau von Gewässern
Durch die Begradigung des Rheins und seiner Nebenflüsse sind viele
natürliche Überschwemmungsflächen verloren gegangen - beim Ausbau
des Oberrheins etwa zwei Drittel. Das Wasser wird also nicht mehr
zurückgehalten, sondern fließt gleich ab. Größere Wassermengen
sind die Folge, die in den begradigten Läufen schneller abfließen.
Dadurch kommt es flussabwärts zu höheren Wasserständen und immer
öfter zum Zusammentreffen des Hochwasserscheitel des Rheins mit
denen der Nebenflüsse, was zu Extremhochwassern führt.
 Rheinverlauf: 1817
|  Rheinverlauf: 1977
|
- Änderung der Landnutzung und Versiegelung von Böden
Vegetation hält Wasser zurück, denn bei Regen bleibt Wasser auf den
Pflanzen haften. Zudem versickert auf Waldboden mehr Wasser als auf
Wiesen/Weiden oder Äckern, wo die Böden durch die Nutzung verdichtet sind.
|
Wald |
Wiese |
Acker |
Asphalt |
"Haftwasser" (Liter pro m2):
|
bis 5 |
ca. 2 |
0 bis 1,5 |
0 |
Versickerung (Liter pro m2 und Stunde):
|
60 bis 75 |
20 bis 30 |
ca. 10 |
0 |
Bei der Besiedlung Mitteleuropas wurden große Waldflächen in
Wiesen/Weiden und Äcker umgewandelt und Feuchtgebiete trockengelegt.
Dadurch hat sich der oberflächliche Abfluss in die Gewässer erhöht.
Durch Straßen- und Siedlungsbau werden Flächen versiegelt.
Das Wasser kann nicht versickern, fließt über die Kanalisation
ins nächste Gewässer und trägt so zu höheren Abflüssen bei.
Darüber hinaus muss in Zukunft mit einem weiteren, die Hochwassergefahr
verschärfenden Faktor gerechnet werden:
Vom Menschen werden klimawirksame Gase (Kohlendioxid, Stickoxide, Methan, FCKW etc.)
freigesetzt. Dies führt zu einer Erhöhung der mittleren
Erdtemperatur mit noch nicht vorhersehbaren Folgen für das Klima
und die Niederschlagsverteilung. Es zeichnet sich jedoch für das
Rheineinzugsgebiet eine deutliche Erhöhung der Winterniederschläge ab,
was wiederum eine Verschärfung der Hochwassergefahr bedeutet.
| Das Hochwassermeldezentrum Rhein informiert bei Hochwasser laufend über die aktuellen Pegelstände am Rhein und seinen Nebenflüssen http://www.hochwasser-rlp.de |