Extremhochwasser am Rhein überfällig!

Experten warnen: Eine geringe Verschiebung der „Fünf-B-Wetterlage“ im Sommer 2013 hätte auch am dichtbesiedelten Rhein mit seinen großen Industrieanlagen, zu einer noch größeren Katastrophe, mit noch weitaus größeren Schäden als an Elbe und Donau, führen können. Darüber waren sich die Experten bei der Mitgliederversammlung der Hochwassernotgemeinschaft Rhein am 20.11.2013 in Köln einig.
 

Dessen müssen sich aber auch, entgegen des bisherigen Eindrucks, die politisch Verantwortlichen und potentiell betroffenen Bürger bewusst sein. Technische Maßnahmen, auch Deiche und mobile Schutzeinrichtungen, können keinen hundertprozentigen Schutz garantieren.

Werner Bartsch, Bürgermeister der Stadt Köln, appellierte, gemeinsam an einem besseren Hochwasserschutz und an der Vorsorge im kommunalen und privaten Bereich zu arbeiten, um die Schäden durch ein Hochwasser zu minieren bzw. zu verhindern.

Die EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie verpflichtet zu umfassender Hochwasservorsorge im privaten und öffentlichen Bereich. Hierzu muss ein intensiver Dialog mit den Bürgern und Kommunen geführt werden, um das Bewusstsein für die Hochwassergefahren auch in hochwasserfreien Zeiten zu schärfen und zur Vorsorge zu bewegen.

Die Erstellung eines „Hochwasser-Passes“ für den privaten und eines „Hochwasser-Audits“ für den kommunalen Bereich stellen neue Möglichkeiten dar, diese Aufgabe zu erfüllen, so Reinhard Vogt vom HochwasserKompetenzCentrum (HKC) e. V. und gleichzeitig für die Hochwassergefahren zu sensibilisieren. In Rheinland-Pfalz wird diese Aufgabe in sogenannten Hochwasserpartnerschaften und im Rahmen der Erstellung von örtlichen Hochwasserschutzkonzepten, die bis zu 90 % vom Land gefördert werden, umgesetzt.

Neue Risiken ergeben sich aber auch zunehmend durch Starkregenereignisse, die z. T. zu
örtlichen Überschwemmungen mit teilweise katastrophalen Ausmaßen führen und jede
Kommune treffen können. Auch diese Gefahren müssen erkannt werden, um durch Vorsorge Schäden zu minimieren, verdeutlichte Marc Scheibel vom Wupperverband, in seinem Beitrag.

Achim Hütten, Vorsitzender der HWNG Rhein und Oberbürgermeister der Stadt Andernach, appellierte aufgrund der Erfahrungen aus den jüngsten Hochwasser an Elbe und Donau an den Zielen für einen besseren Hochwasserschutz festzuhalten, geplante Maßnahmen rasch zu realisieren und für die Anpassung von Hochwasserschutzmaßnahmen an den Klimawandel zu kämpfen.

In hochwasserfreien Zeiten sensibilisieren und Bürger und Kommunen zu notwendigen Maßnahmen motivieren, will auch der aktuelle Hochwasserpreis der Hochwassernotgemeinschaft mit dem Motto „Mit dem Hochwasser leben – Ideenwettbewerb für eine effektive Vorsorge“.

Weitere Informationen zum Wettbewerb 2013/2014 finden Sie unter Hochwasserpreis 2013/2014 der Hochwassernotgemeinschaft Rhein e. V. und bei hwngr@gstbrp.de.

(Pressemitteilung der HWNG Rhein e.V. vom 28.11.2013)
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Aktuelle Wasserstände

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Neue Broschüre der HWNG

Die Hochwassernotgemeinschaft Rhein hat eine neue Selbstdarstellungsbroschüre veröffentlicht.

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