Raum für den Fluss zu schaffen, darf kein Lippenbekenntnis sein

so appellierte der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow an die Teilnehmer des Seminars „Auswirkungen der Vorland-, Flussufer- und Flussgestaltung auf die Hochwassersituation“, das am 16. September 2008 in Düsseldorf stattfand. „Hochwasserschutz muss Vorrang vor anderen Belangen haben“ betonte Büssow und hob damit die Übereinstimmung mit den Zielen der HWNG Rhein hervor.

Man müsse die Gesamtheit der Flussgebiete betrachten und den Hochwasserschutz aktiv angehen, forderte Otto Schaaf, vom HochwasserKompetenzCentrum Köln (HKC). „Die hochwasserangepasste Vorland- und Flussufergestaltung kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Hochwassersituation leisten,“ betonte der Vorsitzende der HWNG Rhein, Achim Hütten, in seiner Begrüßungsrede, denn im Hinblick auf den Klimawandel müssten allen Möglichkeiten genutzt werden.

Rund 100 Teilnehmer, Fachleute aus Kommunen, Bürgerinitiativen und Deichverbänden, aber auch Verwaltungen und Behörden, trafen sich zu diesem, in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Düsseldorf, der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) und dem HochwasserKompetenzCentrum Köln (HKC) von der Hochwassernotgemeinschaft Rhein e. V. angebotenen Seminar, um zu diskutieren, wie sich die Gestaltung des Flussufers auf das Hochwasser auswirkt und welche Konflikte bzw. Lösungsansätze es gibt. Vertreter des Bayerischen Umweltministerium, der Bezirksregierung Düsseldorf, der Wasser- und Schifffahrtsämter am Niederrhein, der Deichverbände, des Naturschutzes sowie zweier wissenschaftlicher Fakultäten stellten aus ihrer Sicht die Auswirkungen der Be-wirtschaftung der Vorländer auf die Hochwassersituation dar. Es wurde dargelegt, wie eine nachhaltige Vorlandbewirtschaftung aussehen kann, welche Maßnahmen im Flussbett und Uferbereich durchgeführt werden, wie sich die Nutzung bzw. Ablagerungen auf den Hochwasserverlauf auswirken, welche Auswirkungen die Vorlandnutzung auf Deiche hat und welche Vorlandnutzung positiv für Naturschutz und Hochwassersituation ist.

Die Veranstalter zogen ein positives Fazit: Nutzungskonflikte bei der Vorlandbewirtschaftung sind durchaus lösbar, wie zahlreiche Beispiele gezeigt haben. Ziele des Naturschutzes und des Hochwasserschutzes lassen sich in vielen Fällen sogar auf einen Nenner bringen.

Die Beiträge des Seminars sind in Auszügen wie folgt wiedergegeben:

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