Ziele und Forderungen
Hochwasser Köln Kasselberg

Wir machen uns stark für die Erhaltung sowie Reaktivierung und Realisierung von Rückhaltemaßnahmen (z. B. Auenrenaturierung und Retentionsflächen) zur Kappung der Hochwasserspitzen, getragen vom Gedanken einer Solidargemeinschaft „Jeder Unterlieger ist auch ein Oberlieger“. Dieses und die Bewusstseinsbildung für eine effektive Hochwasservorsorge in den Kommunen und bei den Betroffenen, sind die übergeordneten Ziele der HWNG.

Um bestehende Siedlungen in hochwassergefährdeten Bereichen zu schützen, setzt sich die HWNG auf regionaler und lokaler Ebene für den Bau und die Erhaltung von technischen Hochwasserschutzmaßnahmen - wie zum Beispiel Deichen - ein. Damit diese Maßnahmen nicht zu Lasten der Unterlieger gehen und die Hochwassergefahr nicht einfach nur flussabwärts verlagert wird, sind gesetzlich vorgeschriebene Rückhaltemaßnahmen mit zu planen.

Schäden durch Hochwasser entstehen dort, wo Siedlungen, Infrastruktur oder sonstige Nutzung in den Auen, den natürlichen Überschwemmungsgebieten, und hochwassergefährdeten Bereichen liegen. Die HWNG möchte daher erreichen, dass zukünftig Nutzungen in den gefährdeten Bereichen vermieden oder hochwasserangepasst umgesetzt werden, so dass bei Hochwasser hohe Schäden vermieden oder vermindert werden können.

Durch technische Maßnahmen können Hochwasser nur abgemindert und nicht vermieden werden. Technische Hochwasserschutzmaßnahmen sind endlich (Bemessungsgrenzen) und können versagen. Ein Restrisiko bleibt. Die Folgen bei extremem Hochwasser oder Versagen der Schutzanlagen lassen sich jedoch begrenzen. Dies geschieht, indem eine umfassende private und kommunale Hochwasservorsorge, bei der Staat, Kommunen und Betroffene zusammenarbeiten, umgesetzt wird.

Bootshebung Köln

Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) hat 1998 einen Aktionsplan Hochwasser (APH) aufgestellt an dem die HWNG als Nichtregierungsorganisation beteiligt war. Im APH ist ein Maßnahmenpaket festgelegt, das unter anderem den Bau von Rückhalteflächen am Rhein vorsieht. Zwischen 1995 und 2020 konnten viele Maßnahmen aus dem APH realisiert werden (Bilanz von „Rhein 2020“, IKSR). Allerdings müssen neben den in Planung befindlichen Flächen weitere Flächen für den Rückhalt der Wassermassen gefunden und umgesetzt werden, um das Ziel von 60 cm Wasserstandminderung bei Hochwasser im Rhein zu erreichen. Bei dem Programm „Rhein 2040“ hat die HWNG ebenfalls mitgewirkt. Fortschritte brachte auch die europäische Hochwasserrisikomanagementrichtlinie von 2007, die die Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen für das gesamte Einzugsgebiet, fordert. Laut die Richtlinie wird bei der Risikobetrachtung nicht nur der Schutz von Menschen und Wirtschaft, sondern auch die Umwelt und Kulturgüter einbezogen.

Das vorrangige Ziel bleibt, das Hochwasserrisiko in Zusammenarbeit mit den vielen Betroffenen und Akteuren weiter zu vermindern.

Wir machen uns stark für

  • eine schnelle Umsetzung der noch nicht realisierten Rückhaltemaßnahmen
  • die raumplanerische Sicherung von zusätzlichen Bereichen, die als Retentionsflächen in Frage kommen (Berücksichtigung der Klimawandelfolgen)
  • die Verpflichtung aller Bundesländer, durch konkrete Projekte auf ihrer eigenen Landesfläche, ihren Beitrag zu leisten (Berücksichtigung des Solidargedankens)
  • eine stärkere finanzielle und planerische Mitverantwortung des Bundes beim Hochwasser- und Katastrophenschutz
  • Bewusstseinsbildung und intensive Risikokommunikation (einschließlich Extremhochwasser) sowie eine enge Verknüpfung von privater und öffentlicher Hochwasservorsorge durch frühzeitige Bürgerbeteiligung und Transparenz (z. B. „Runde Tische“, Hochwasserpartnerschaften oder Hochwasserschutzkonzepte)
  • eine stärkere finanzielle und personelle Unterstützung für eine effektive und nachhaltige Umsetzung der bei der Gefährdungsabschätzung und Hochwasservorsorge in den Kommunen
  • die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden mit eigenvorsorgeabhängiger Prämiengestaltung
  • die verantwortungsvolle Einbeziehung der sozialen Medien und damit der Bürgerinnen und Bürger bei der Hochwasserbewältigung

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